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…die Wohnüberbauung am Rigiplatz

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Bestehend aus zwei Mehrfamilienhäuser, verläuft die Überbauung am Rigiplatz von Knapkiewicz und Fickert an der Winterthurerstrasse auf der Nord-Süd Axe zwischen dem historischen Wirtshaus „zum Alten Löwen“ an der Südseite und dem Kirchgemeindehaus an der Nordseite.

Das erste Haus an der Südseite nimmt die bedeckte Fussgänger-Passage des Gasthauses „zum Alten Löwen“ auf und inszeniert sie entlang seiner gesamten Fassade.

Das zweite Haus übernimmt den genauen Farbton des benachbarten Kirchgemeindehauses an. Diese Farbe, ein „luftiges Lindengrün“, bespielt beiden  Fassaden der Überbauung als eine von zwei Hauptfarben. 

Im Fall des Wirtshauses „zum Alten Löwen“ bereichert eine historische Formensprache auf moderne Art das neu Gebaute. 

Die chamäleon’sche Imitation des genauen Tons des Kirchgemeindehauses ist spielerisch und witzig.

Neues entsteht, ohne das Bestehende zu vergessen. Eine nahtlose und natürliche Verbindung zum Ort besteht. Eine zeitliche und architektonische Kontinuität ist gewährleistet. Unbeschwert und mit viel Humor und Empathie.

Die Fassadenfarben und deren Strategie werden im Buch „Farbstrategien in der Architektur“ analysiert und beschrieben:

„Auch am Rigiplatz operieren die Architekten mit zwei Hauptfassadenfarben. In diesem Fall sind es ein luftiges Lindengrün und ein dumpfes Rosa die reibungsvoll und unerwartet aufeinandertreffen und ein fingiertes, jedoch nicht minder spannungsvolles Kräftespiel simulierter Baukörper in Gang bringen. Gekonnt werden Gegensätze wie leicht und schwer, lasten und tragen, gross und klein inszeniert. Dieser Kräfteantagonismus wird durch die Wahl eines Feinputzes für das luftige helle Grün und eines horizontalen Besenstrichs für das schwere, dunkle Rosa zusätzlich betont.“


McLachlan, Fiona, AnneMarie Neser, Lino Sibillano, Marcella Wenger-Di Gabriela und Stefanie Wettstein. Hrsg. Haus der Farbe Zürich, 2015. Farbstrategien in der Architektur. Basel: Schwabe Verlag.

Rollendes Blau und Grün treffen auf ihrem Beinahe-Komplement bei einer rot-orange beschrifteten Café-Bar in Lugano. Bemerkenswert ist die gezeichnete grau-weiss Fassade und die Türrahmen aus Metall.

Blue and green adorned public transport passes its near complement at an orange inscribed café-bar in Lugano. Worthy of notice is the marbled grey and white facade contrasting with the flat metal door-frames.

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Gefunden in Lugano: Gestreifte Markisen als graphisches und malerisches Ornament in Blau und Rot werden zu einer raffinierten Querverbindung zwischen zwei sonst unverwandten Häusern.

While traversing a rather anonymous neighborhood in Lugano, I couldn’t help admiring these striped awnings: the strong graphical element becomes a painterly ornament in blue and red that creates an unexpected and sophisticated mutual connection between two otherwise unrelated buildings.

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